MainzerMedienDisput

„ÖRTLICHE BETÄUBUNG UND BESTELLTE WAHRHEITEN -
WENN ÖFFENTLICHKEIT AMPUTIERT WIRD“

24. und 25. November 2010
im SWR-Funkhaus und ZDF-Konferenzzentrum Mainz

Aus der „örtlichen Betäubung“, die durch die anhaltende Medienkrise entstanden ist, wollen sich über 500 angemeldete Journalisten beim MainzerMedienDisput (MMD) herausreden. Die Traditionsveranstaltung, die journalistische Trends und Probleme debattiert, findet am 24. und 25. November bereits zum 15. Mal in Mainz statt.

Der MainzerMedienDisput, der bundesweit als d i e Themen setzende Journalisten-Tagung gilt, die in den Mainzer Zentren der Medienschaffenden im SWR-Landesfunkhaus und ZDF- Konferenzzentrum stattfindet, wird, jährlich von einer unabhängigen Projektgruppe von Journalisten organisiert.

Schwerpunkt sind diesmal die „digitalen Steinschleudern“, die mit ihren Blogs und online-Auftritten, die traditionelle Medienszene unter Beschuss nehmen und ein Sintflut ähnliches, kaum mehr zu überschauendes Überangebot produzieren. Die Medien zerlegen sich selbst, ist die Vermutung, zur unübersehbaren Vielfalt der Angebote, die die Reihen der Journalisten und das Selbstverständnis des Journalismus bis hin zu „bestellten Wahrheiten“ durcheinander wirbeln.

Mit dabei auch der Ex-WDR-Intendant Fritz Pleitgen und Peter Limbourg, Vizepräsident der ProSiebenSat1 Media Group, die bei „Ermittlungen in eigener Sache“, was als Schlagwort auch über dem ganzen 15. MainzerMedienDisput stehen könnte, die „Medien vor den Kadi“ (Ankündigungstext) ziehen werden.

Weitere Themenschwerpunkte des 15. MainzerMedienDisputes sind der „Rückzug ins Lokale“ und eine Diskussion über Missbrauch in privaten Internatsschulen der Reformpädagogik und Kirchlichen Einrichtungen unter dem provozierenden Titel „Im Schutz der Finsternis – wenn Medien missbraucht werden“.

Zur Medien-Selbstbespiegelung in Mainz gehört auch wie immer eine kabarettistische Spiegelfechterei – diesmal durch Matthias Deutschmann. Zum Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADH-Syndrom) der Journalisten wird es eine „Keynote“ von Christian Bommarius (Berliner Zeitung) geben.

Der MainzerMedienDisput wird getragen von der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz, der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) und der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES). Gastgeber in Medienpartnerschaften sind der SWR und das ZDF. Ohne Sponsoren, auch das gehört zur öffentlichen Wahrheit, ist der Mediendisput mit seinen zahlreichen hochkarätigen Referenten allerdings nicht durchführbar. Das inhaltliche Konzept erarbeitet aber eine unabhängige Projektgruppe aus aktiven Journalisten. Gerade dieses Konstrukt von Gesellschaftern, Mitveranstaltern, Sponsoren und Projektgruppe, die ihre Themensetzung und –umsetzung selbständig vornimmt, macht – wie Teilnehmerbefragungen ergaben – den ungebrochenen Reiz der Mainzer Journalistenveranstaltung aus.

„Unabhängigkeit, Mut, Urteilskraft und moralische Integrität“, hat Hans Werner Kilz, der Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, als Grundlagen des Qualitätsjournalismus benannt. Der MainzerMedienDisput versucht in diesem Jahr zum 15. Mal, diesen journalistischen Werten eine Stimme zu geben.

Programm, Anmeldeformular, Infos: www.mainzermediendisput.de
Tel. 02634/96880